7. Das ist die Höhe

Von Barmouth aus beginnen wir die Rückreise. Nächste Station ist der touristisch überlaufene Ort Bala am gleichnamigen See. Die Fahrt dahin ist landschaftlich schön, jedoch ist die Straße ziemlich stark befahren.

 Hinauf zum Bwlch y Groes-Pass

In Bala mieten wir uns einen Tag ein, um einen Ausflug zum Efyrnwy-See zu fahren (Tour 5 des Radtourenführers). Der See wird von vielen Ausflüglern besucht. In einer Ausflugsgaststätte mit Fahrradverleih versucht eine Dame fortgeschrittenen Alters offensichtlich das erste Mal nach mindestens 60 Jahren wieder auf einem Fahrrad zu fahren. Vor den Augen des entsetzten bis amüsierten Publikums probiert sie krampfhaft wenigstens fünf Meter geradeaus zu fahren. Erst nachdem sie den ersten Blumentopf umgefahren hat, gibt sie es auf und bewahrt sich und andere Verkehrsteilnehmer vor einem Unglück.

Die Tour führt in ihrem weiteren Verlauf auch auf die höchste Straße Wales, dem 546 m hohen Bwlch y Groes-Pass. Besonders die Auffahrt zu diesem Pass ist herrlich. Es geht durch eine wunderbares Hochmoor. Die Landschaft ist karg, hat aber ihren besonderen Reiz. Immer wieder genießen wir schöne Aussichten in die Seitentäler. Der Pass selbst ist gut zu fahren (nur der erste Abschnitt ist relativ steil). Allerdings zieht er sich über etliche Kilometer. Als Belohnung lockt eine rasante Abfahrt nach Bala.

"Natürlich sind wir hier richtig..."

Unseren nächsten Etappenort Llangollen erreichen wir über Nebenstraßen, die zwar kaum befahren, aber mit einigen kurzen steilen Steigungen gespickt sind. Besonders mit Gepäck kommt der Kreislauf auf Touren. Trotzdem lohnt es, sich nicht auf der Hauptstraße mit den Autos drängeln zu müssen. Die Landschaft ändert sich auf dieser kurzen Etappe schlagartig. Die imposanten hohen Berge und die raue Natur liegen hinter uns. Statt dessen empfängt uns (wieder) eine sanfte Mittelgebirgslandschaft.

Chester ist die letzte Station unserer Reise. Der Ort strahlt durch die vielen alten Häuser im viktorianischen Stil einen ganz besonderen Charme aus. Zudem lohnt die Besichtigung der schönen Kathedrale. Die Fahrt zurück zum Flughafen Manchester ist genauso öde wie auf der Hinfahrt, jedoch gibt es zum Abschluss unserer Tour noch ein "Schmankerl": Ein Sicherheitsbeamter am Flughafen will unsere Fahrräder partout in einem Röntgengerät untersuchen. Da die Räder noch nicht einmal in ein extra großes Gerät passen, besteht er darauf, dass wir die Räder demontieren. Doch leider haben wir unser Gepäck (und damit das Werkzeug) bereits eingecheckt. Die Aktion endet nach minutenlangem Palaver damit, dass die Räder von einem offensichtlich vorgesetzten Beamten per Augenschein überprüft werden, in dem er den Verschluss unserer Trinkflaschen öffnet, mal kurz hinein guckt und die Räder damit freigibt...

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