Straße der Kasbahs
"Wüste für Anfänger"

Die Straße der Kasbahs bin ich im Rahmen meiner Radreise durch den Süden Marokkos im Frühjahr 1994 gefahren. Die Strecke verläuft im wesentlichen entlang des Südrandes des Hohen Atlas und ist sowohl landschaftlich und als auch kulturell sehr interessant.

Wo das Abenteuer beginnt...

Praktische Tips:

 Kasbah hinter Quarzazate

Roadbook:

1. Tag: Quarzazate – Boumalne des Dades
120 km

Die Straße der Kasbahs beginnt mit einem landschaftlich sehr schönen Abschnitt. Bis kurz vor Kelaa erwartet Dich eine wunderschöne Wüstenlandschaft. Die Felsen zeigen sich lehmfarben und hier und da sieht man (zum Teil verfallene) Kasbahs. Die Straße ist flach bis wellig und angenehm zu fahren. Hinter Skoura und vor Boumalne ist die Straße nur 1½ spurig, was aber wegen des geringen Verkehrsauskommens nicht stört.

Hinter Kelaa ändert sich die Landschaft. Es geht direkt im Tal des Flusses Dades entlang, der für ein wenig fruchtbares Land sorgt und bis Boumalne ein Dorf nach dem anderen folgen läßt.

2. Tag: Ausflug ins "Gorges du Dades"
62 km

Von Boumalne lohnt der Ausflug in die Dadesschlucht unbedingt. Du kannst diese Tour von Boumalne aus sehr gut als Tagesausflug ohne Gepäck radeln. Die Landschaft in der Schlucht ist phantastisch. Man radelt durch eine wunderschöne Erosionslandschaft mit tollen Felsformationen. Das satte Grün am Ufer des Dades bildet einen schönen Kontrast zum rotbraunen Farbton der Felsen. Hin und wieder passiert man eine Kasbah und man sieht Arbeiter, die die typischen Lehmziegel herstellen. Frauen schleppen riesige Strohballen auf ihren Rücken und tragen Wasserkrüge auf den Köpfen.

In der Dades Schlucht 

Das Tal ist zunächst relativ breit, erst in der Schlucht nach knapp 30 km verengt es sich stark. Die Straße steigt dann über viele steile Windungen einen Paß hinauf, von dem aus man eine herrliche Aussicht hat. Dahinter folgt dann nur noch eine steinige Piste, die mir für Touren mit Gepäck ungeeignet erscheint. Allerdings löst auch die befestigte Straße bis zum Paß so ziemlich jeden Nierenstein...

3. Tag: Boumalne des Dades – Tenehir du Dades
Ausflug ins Gorges du Todra
92 km (53 km bis Tenehir, 38 km Ausflug ins Gorges du Todra)

Noch in Boumalne steigt die Straße kurz aber kräftig bergan, um dann flach bis Tenehir zu führen. Die Landschaft bis dahin ist schön, jedoch nicht mehr so beeindruckend wie hinter Quarzazate. Nur zwei kleine Dörfer liegen auf der Strecke, ansonsten gibt’s Wüste pur.

Landschaftliches Highlight ist die Todraschlucht, die man von Tenehir aus ohne Gepäck erradeln kann (obwohl auch direkt in der Schlucht Übernachtungsmöglichkeiten sind). Zu Beginn des Tals wartet ein dicker Berg, dann geht’s nur noch kaum spürbar bergauf. Das Tal verengt sich stetig zu einer faszinierenden Schlucht. An der schmalsten Stelle ist die Schlucht nur wenige Meter breit und zu beiden Seiten ragen die Felsen fast 200 Meter in die Höhe. Die Todraschlucht ist noch beeindruckender als die Dadesschlucht und lohnt den Abstecher auf jeden Fall. Leider wissen das auch noch andere, so daß man sich nicht wundern darf, wenn man in der Schlucht auf eine Busladung Pauschaltouris trifft.

Nach rund 15 km wird die Straße zur Piste und führt durch einen Bach. Die feixenden Jugendlichen in der Nähe der Furt haben sich zu früh gefreut, denn die Strömung im Bach war zwar kräftig und das Wasser reichte bis zu den Pedalen, aber "abgesoffen" bin ich nicht. Hinter der Enge wird das Tal wieder breiter. Die Piste ist aber so steinig, daß man selbst ohne Gepäck nur noch Schrittempo fahren kann.

4. Tag: Tenehir - Errachidia
141 km

Im Verlauf dieser Etappe erlebt man das längste Stück "Wüste pur": Zwischen Goulmima und Errachidia sieht man auf 60 km kein Dorf, kein Haus und auch sonst nichts Zivilisiertes. Zum Ende der Etappe hin wird’s leicht wellig, sonst steht nur hinter Goulmima ein "ordentlicher" Berg. Die Landschaft ist zwar schön, reißt einen aber auch nicht aus dem Sattel.

5. Tag: Errachidia - Erfoud
74 km (davon 10 km per Auto)

Diese Etappe beginnt landschaftlich leider recht öde, erst nach der Abfahrt ins Tal wird grüner und etwas interessanter. Das letzte Stück sieht dann schon ziemlich dem "Klischee Sahara" ähnlich: Man sieht die ersten Sanddünen.

Am Nachmittag sehe ich in der Ferne vor mir aufgewirbelten Sand. Da der Wind zudem volle Kanne von Vorne bläst, befürchte ich, in einen Sandsturm zu geraten und breche die Etappe 10 km vor Erfoud lieber ab, in dem ich mich von einem bereits mit sieben (!!!) Personen übervoll besetzten Sammeltaxi mitnehmen lasse. Es ist ein Wunder, daß man in einen (wenn auch geräumigen) Personenwagen mit acht Personen, einem Fahrrad und etlichen Gepäckstücken beladen kann, aber in Marokko geht das wirklich!

6. Tag: Ausflug nach Rissani
44 km

Auf dem Weg nach Rissani kann man noch mal viel Wüste erleben. Dazu gibt es ein paar Dattelplantagen. In Rissani sind eigentlich nur der Basar und der legendäre "Eselsparkplatz" der Berber interessant. Trotzdem lohnt der Ausflug, besonders wenn man bei der Familie des Bürgermeisters nach (sehr) langer Verhandlung einen Berberteppich ersteht (d.h. sich nach Hause zuschicken läßt). Hinter Rissani gibt’s dann nur noch Wüste...

Eselsparkplatz der Berber in Rissani  

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