La Gomera
Berge total

Auf La Gomera bin ich eine Woche mit dem Rad umhergefahren. Die "wildeste" Kanareninseln ist allgemein eher zum Wandern bekannt. Ich habe sie als sehr anstrengendes, aber auch faszinierendes und wunderschönes Radelgebiet kennengelernt. Fernab vom Massentourismus der anderen kanarischen Inseln kann man hier per Fahrrad auf guten Straßen mit wenig Verkehr viel Natur erleben.

Es gibt praktisch nicht einen einzigen Kilometer flache Strecke. Man strampelt permanent ziemlich steile Bergstraßen hinauf oder rauscht ebenso steile Pässe hinunter. "Belohnt" werden die Mühen von faszinierenden Landschaften unterschiedlichster Art, netten Ortschaften und grandiosen Bergabfahrten mit Kurven und Kehren "bis zum Abwinken".

Praktische Tips:

Roadbook:

1. Tag: Rundfahrt San Sebastian und Ausflug nach La Laja
39 km (15+24km), 600 Höhenmeter

Nach einer Rundfahrt durch die "Hauptstadt" der Insel, die sich um einen schönen Platz mit imposanten Lorbeerbäumen im Zentrum entwickelt hat, beginne ich mein "warm up" mit einem Ausflug zum rund 600 m hoch gelegenen Ort La Laja. Die Strecke ist anfangs karg und nicht so schön, doch je höher man kommt, desto grüner und schöner wird es. Hier und da kann man Terrassen der früherer Landwirtschaft sehen. Nach rund 12 km endet die Straße im Ort La Laja und es erwartet einen die herrliche Abfahrt.

 San Sebastian und der Teide

2. Tag: San Sebastian – Cruce de la Zarcita – Cruce de el Rejo – San Sebastian
41 km, 1400 Höhenmeter

Es geht hinauf in den Nationalpark "Garajonay". Man durchradelt alle Vegetationsstufen der Insel: Von den staubtrockenen Küstenregionen in den immerfeuchten Nebelwald. Der Aufstieg ist hart: Über 20 km geht’s nur bergauf auf rund 1150m. Dafür genieße ich tolle Aussichten aufs Meer, in tiefe Schluchten, auf bizarre Felsen und bei gutem Wetter auf den 2700 m hohen majestätischen "Teide" der Nachbarinsel Teneriffa. An der Cruce de la Zarcita geht’s dann in ein üppig grünes Seitental Richtung Hermigua. Eine grandiose Abfahrt durch eine herrliche Landschaft fast ohne Verkehr entlohnt für die 20 km Anstieg zuvor. An der Cruce de el Rejo geht’s nach einer kurzen Steigung zurück und vor allem bergab Richtung Hauptstadt.

3. Tag: San Sebastian – Garajonay – San Sebastian
54 km, fast 1700 Höhenmeter

Die rund drei Stunden Anstieg (27 km) auf den höchsten Berg der Insel werden durch die abwechslungsreiche und faszinierende Landschaft erträglich. Die Straße steigt zunächst erbarmungslos auf 1350 m Höhe und hügelt dann etwas rum. Auf den Gipfel führt nur eine steile Piste, die von der Hauptstraße abzweigt. Wenn man Wetterglück hat, blickt man vom 1487 m hohen Garajonay hinab auf das Umland und die drei Nachbarinseln Teneriffa, La Palma und Hiero. Während der atemberaubenden Abfahrt kann man sich leicht in einen Rausch rasen...

4. Tag: San Sebastian – Vallemosa
40 km, 1340 Höhenmeter

Die erste Etappe mit vollem Gepäck hat es in sich. Zweimal muß ich von der Küste weg auf rund 650 Höhenmeter (hinter San Sebastian und hinter Agulo). Besonders der zweite ziemlich steile Anstieg raubt mir die Puste. Zudem gibt’s zwischendurch hinter Hermigua eine kurzes Intermezzo von rund 100 Höhenmetern. Dafür sind die Abfahrten wie immer auf Gomera ein Hochgenuß: Kurvenreiche Straßen ohne viel Verkehr führen durch eine herrliche Landschaft.

Blick in eine der Schluchten Gomeras

5. Tag: Vallemosa – Valle Gran Rey
40 km (30+10km), 930 Höhenmeter

Die Route führt zunächst über ein sehr wenig befahrenes Bergsträßchen. Es geht durch das landwirtschaftlich intensiv genutzte Tal von Vallemosa. Mit Gepäck schaffe ich die 800 Höhenmeter nur in Schleichfahrt. An der abermals grandiosen Landschaft kann ich mich kaum satt sehen: Man blickt zu herrlichen Felsen hinauf oder ins tiefblaue Meer hinab. Die Abfahrt nach Valle Gran Rey ist ein Radlertraum: Ordentliches Gefälle, Kurven und Serpentinen ohne Ende, kaum Verkehr, breite Straße und guter Belag: Radlerherz, was willst du mehr!? Zudem gibt’s abermals wunderschöne Aussichten.

6. Tag: Valle Gran Rey
12 km

Ein nur kurzer Ausflug zum tropischen Früchtegarten und Faulenzen am Strand soll die Kräfte für die morgige "Königsetappe" schonen...

7. Tag: Valle Gran Rey – Playa Santiago
50 km, 1650 Höhenmeter

Die "Königsetappe" auf die höchste Straße der Insel - und das mit vollem Gepäck: Der Aufstieg aus dem Valle Gran Rey ist nur auf kurzen Abschnitten sehr anstrengend. Es gibt eine Menge zu sehen, so daß die Fahrt bis Arure, 800m in der Höhe gelegen, schnell vergeht. Hinter Arure sind es dann noch mal 200 Höhenmeter bis zum Abzweig auf die Höhenstraße durch den Nationalpark. Die Höhenstraße hügelt sich mit wenigen Gegensteigungen um weitere 350 Meter in die Höhe und zieht sich mit schweren Beinen elendig lange, bis man endlich den höchsten Punkt erradelt hat. Auf der rauschenden Abfahrt nach Playa Santiago warten drei kleinere Gegensteigungen, wobei man die letzte mit viel Schwung auch ohne Treten nehmen kann.

 Terassenfeldbau im Valle Gran Rey

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