5. Ab in die Wüste

Die nächsten beiden Fahrttage geht’s von Nuveiba über Dahab nach Sharm es Sheik durch die grandiose Landschaft des Sinai. Es geht an einer schroffen und bizarren Felskulisse vorbei. Die Strecke ist ein echtes Highlight für Wüstenfans.

Hier und da haben Beduinen ihre Zelte aufgeschlagen und hüten ihre Ziegen oder Kamele. Es geht vorbei an Teebuden der Beduinen, die immer eine Möglichkeit für ein Schwätzchen mit den sehr liebenswerten Wüstenbewohnern bieten. Die Beduinen sind mir unglaublich sympathisch. Es sind sehr feinsinnige Menschen mit einem angenehmen Respekt Fremden gegenüber. Im Gespräch merkt man, wie stolz sie auf ihre Heimat sind.

Irgendwo auf dem Sinai

Die Straßen schlängeln sich kurvenreich durch die Täler. Meist geht es zunächst stetig und kräftig einen Paß hinauf, danach hügelt die Straße ein wenig rum, um dann langgezogen bergab zurück zum Meer zurück zu führen. Die bizarre Schönheit der Landschaft entschädigt für alle Mühen. Und nach der Ankunft am Nachmittag lockt ein erfrischendes Bad im Meer.

In Sharm El Sheik, genauer gesagt in Naama, lasse ich es mir gut gehen und relaxe zwei Tage am Roten Meer. Das Kaff ist von Pauschaltouris bevölkert und ein krasser Gegensatz zu den einsamen Straßen der letzten Tage. Ich schnorchele ein wenig herum, bin aber enttäuscht und entsetzt, wie sehr die Korallenriffe im Strandbereich zerstört sind. Am dritten Tag in Naama mache ich einen Ausflug mit dem Fahrrad zum Nationalpark Ras Mohammed an der Südspitze des Sinai, der die Korallenriffe unter Schutz stellt. Nachdem ich gesehen habe, wie sehr die Riffe in Naama zerstört sind, verkneife ich mir ein Bad an den Stränden des Nationalparks und begnüge mich mit einem Blick von den Felsen aus auf die farbigen Korallen und die Fischschwärme.


Blick auf ein Korallenriff im Ras Mohammed Nationalpark

Der Abschied vom Sinai fällt mir schwer, aber die drei Wochen gehen dem Ende entgegen und ich möchte die letzten Tage in Kairo verbringen.

Das Einchecken zur Busfahrt nach Kairo macht mir abermals klar, warum ich Reisen in arabischen Ländern liebe. Klar ist, daß die Preisliste der Busgesellschaft die Mitnahme eines Fahrrads samt Gepäck nicht vorsieht, ebenso selbstverständlich ist es aber auch, daß das Fahrrad mitkommt. Der Preis für das Rad samt Gepäck ist Verhandlungssache. Nach einigem Palaver sind der Fahrkartenverkäufer und ich uns einig. Da der Bus schon fast besetzt am Busbahnhof ankommt, ist der Gepäckraum des Busses ebenfalls voll. Die Entrüstung des Busfahrers wird mit ein paar Scheinchen, die der Fahrkartenverkäufer für mein Rad einkassiert hat, schnell besänftigt. Gemeinsam mit vielen helfenden Händen räumen wir das gesamte Gepäck aus dem Gepäckraum, verstauen mein Fahrrad und anschließend die unzähligen Gepäckstücke der Reisenden. Los geht’s zur rund sechsstündigen Fahrt mit dem Expressbus nach Kairo...

 Kairo: Blick auf den Nil

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