4. Sinai by night

Da die schon ziemlich marode Fähre erst um 15 Uhr lostuckert und ziemlich gemächlich den Golf von Aquaba entlang schippert, komme ich erst im Dunklen im Hafen von Nuveiba an. Der Entschluß, die "paar Kilometer" vom Hafen ins Zentrum von Nuveiba zu radeln, erscheint mir ziemlich unsinnig, als ich mich auf der stockdunklen Landstraße in der Wüste wiederfinde. Die "paar Kilometer" ziehen sich im Dunklen ziemlich lange hin – insbesondere mit der Gewißheit, daß die an mir vorbeirasenden Autofahrer mit allem rechnen, aber nicht mit einem Radfahrer. Zudem starre ich wie gebannt auf die Straße, um kein Schlagloch zu übersehen. Jeden Augenblick rechne ich damit, von einem vollkommen ausgerasteten Straßenköter angefallen zu werden. Doch weder Schlaglöcher noch aufgeschreckte Hunde begegnen mir und ich bin froh, nach knapp 10 km unversehrt "Nuveiba-City" zu erreichen und eine nette Bleibe direkt am Strand zu finden.

Der Ausflug zum Coloured Canyon am nächsten Tag fällt allerdings meiner Unkenntnis zum Opfer. Unterwegs treffe ich auf einen Kontrollpunkt. Trotz einigen Palavers wollen mich die Soldaten ohne Paß nicht durchlassen. Auch mein Personalausweis reicht der vor sich hin gähnenden Truppe nicht. Da ich am Vormittag etwas getrödelt habe, ist es nun zu spät, den in meinem Hotel hinterlegten Paß zu holen. So kehre ich um und radle noch was in der näheren Umgebung herum. Später lege ich mich an den Strand und genieße am frühen Abend das grandiose Schauspiel des Sonnenuntergangs über den roten Felsen des Sinai. Für die weiteren Touren weiß ich Bescheid: Man kann sich derzeit als Tourist im Sinai frei bewegen, muß aber an den vielen Checkpoints den Reisepaß bereithalten.

 Relaxen am Roten Meer

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