Praktische Tips

Das Radeln im südlichen Landesinnern ist relativ angenehm. Die Straßen ziehen sich oft leicht ansteigend, aber stetig, die Täler hinauf. Passiert man ein Tal quer, muß man sich auf kurze, aber "saftige" Steigungen einstellen. Die Anstiege von Norden her ins Landesinnere (zum Batur- und Bratan-See) sind schwieriger, weil ziemlich lang und nicht ganz so sanft ansteigend wie im Süden. Man kann sich aber notfalls von einem Sammeltaxi den Berg raufkarren lassen.

Typische Ortsdurchfahrt

Bezüglich des Wetters hilft am besten eine langsame Akklimatisation an die tropische Hitze. Ich persönlich meide Klimaanlagen, weil der häufige Wechsel zwischen kalt und heiß viel mehr belastet als eine konstante Hitze, an die man sich gewöhnt.

Bali ist dicht besiedelt. Praktisch in allen - auch in den ganz kleinen - Dörfern gibt es etwas zum Essen und Trinken. Manchmal findet man auch unterwegs ganz unvermittelt eine Garküche am Straßenrand. Die Mahlzeiten sind relativ klein, so daß man insbesondere in den Warungs ggf. mehrere Portionen essen muß, um als Radler satt zu werden (was die Köche völlig verdutzt). Daß man nur Erhitztes, Geschältes oder Verpacktes essen sollte, versteht sich in einem tropischen Land von selbst.

Auch mit Unterkünften hatten wir auf der zurückgelegten Route keine Probleme. Das Preisniveau ist niedrig. Außerhalb der Hauptsaison kann man handeln, bei Souvenirs muß man handeln.


Staus gibt es eigentlich nur durch Prozessionen

Den Autoverkehr habe ich nicht schlimmer empfunden, als in den Mittelmeerländern auch. Natürlich geht es enger zu als bei uns (zumal die Straßen auch oft relativ schmal sind), aber trotzdem nehmen die Autofahrer Rücksicht und fahren einen nicht über den Haufen, die man es in manchen Berichten über den Straßenverkehr in Indonesien lesen kann. Trotzdem ist bei den ansonsten so sanftmütigen und ruhigen Balinesen eine deutliche Temperamentssteigerung zu erkennen, wenn sie im Auto sitzen.

An den Linksverkehr hat man sich schnell gewöhnt. Störend sind auf stark befahrenen Straßen die Abgase der LKW. Zudem wird am Nachmittag manchmal der Hausmüll verbrannt, was die Dörfer in Rauchschwaden einhüllt und beim Radeln ganz schön stört. Hauptstraßen sind meist nur in der Nähe größerer Ort stark befahren. Hingegen radelt man auf Nebenstraßen oft vollkommen unbelästigt von Autos.

Annemarie mit Helm und Sarong im Tempel

Denpasar ist selbst für einen erfahrenen Radler ein Erlebnis. Das Rechtsabbiegen (im Linksverkehr, also auf der gegenüberliegenden Seite) auf einer sechsspurigen Straße in der Hauptverkehrszeit hat schon was. Hier gilt die Devise: Rein ins Getümmel, die anderen passen schon auf und nehmen Rücksicht (das funktioniert wirklich, allerdings ohne Gewähr...). Abgesehen vom Verkehrsgetümmel kann man diese Stadt nicht durchqueren, ohne sich zu verfahren. Selbst die Hauptstraßen sind nicht ausgeschildert und die Karten stimmen sowieso nicht (mehr). Und auch nach dem Weg zu fragen, ist nicht problemlos. Zwar sind Balinesen sehr hilfsbereit, aber sie würden lieber zu allem "ja" sagen, als sich die Blöße zu geben, den Weg auch nicht zu kennen. Gute Erfahrung haben wir mit Polizisten gemacht, die nicht nur sehr hilfsbereit sind, sondern auch den Weg in der Regel kennen. Also, der Tip: Haltet Euch mit dem Rad von Denpasar fern, fahrt wirklich sehr weiträumig drum rum oder plant reichlich Zeit für die Durchquerung ein (besonders wenn Ihr auf dem Weg zum Abflug seid...).

Viel Spaß beim Radeln auf Bali!

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