Die ersten Touren: Wir radeln uns ein...

Die ersten Touren müssen wir notgedrungen mit Leihrädern fahren. Schon während unserer Spaziergänge durch Ubud haben wir nach geeigneten Rädern Ausschau gehalten. Ein paar Häuser neben unserer Unterkunft sind wir fündig geworden und haben halbwegs brauchbare Räder gefunden. Nach etwas Handeln ist sogar der Preis okay.

Wir machen zunächst einige Tagestouren ohne Gepäck in die Umgebung von Ubud. Die zentrale Lage unseres "Basislagers" ist nahezu ideal, einige Sehenswürdigkeiten im Rahmen von Ausflügen per Rad zu erkunden. So besuchen wir in den ersten Tagen die "Elephantenhöhle" Goa Gajah, radeln zu den Tempelanlagen von Kawi und Tirta Empul und erleben die "Mutter aller Tempel" in Besakih, der zentralen Tempelanlage der Balinesen am Fuß des Gunung Agung, des höchsten Berges und Vulkans der Insel.

Vor allem aber radeln wir auf den ersten Touren durch Reisfelder, die uns immer wieder in ihren Bann ziehen. Ich kenne keine ästhetischere Kulturlandschaft - und kann mir kaum eine schönere vorstellen. Eine ist eine visuell perfekte Harmonie von Landwirtschaft und Natur.

 Besakih: Zentrale Tempelanlage

Für uns sind die Fahrten durch die kleinen Dörfer ein besonderes Erlebnis. So wird ein Ausflug durch Dörfer nördlich von Ubud auf einsamen Nebenstraßen zu einem echten Highlight der Tour. Die Dörfer sind in der Regel eine Ansammlung von Häusern, Tempeln, kleinen Geschäften und Werkstätten entlang der Straße. Wir werden mit einem freundlichen Lächeln empfangen und viele Kinderhände winken uns zu. Es ist interessant und macht Spaß, das Dorfleben zu beobachten: Die ganze Dorfgemeinschaft kommt zusammen, um das nächste Fest vorzubereiten, Männer sitzen unter dem obligatorischen Banyan-Baum in der Dorfmitte und massieren ihre Kampfhähne, Frauen tragen Opfergaben in den Tempel. Man badet vollkommen ungeniert in den Bewässerungskanälen am Straßenrand und kann den Bauern bei der Reisernte zusehen. Alte Frauen mit blankem Oberkörper zeigen beim Lachen ihre vom Kauen der Betelnuß pechschwarzen Zähne. Nur wenige Kilometer abseits der üblichen Touristenorte fühlen wir uns in die Vergangenheit zurückversetzt.

 Stimulation der Kampfhähne

Das Radeln im Landesinnern ist relativ angenehm. Oft fährt man Täler entlang, die zur Inselmitte hin leicht aber stetig ansteigen. "Aufgelockert" werden diese Strecken durch Querungen von Seitentäler, die einen kurzen, aber heftigen Anstieg erfordern. Lediglich die Auffahrt nach Besakih hat es ziemlich in sich. Die Stichstraße zum Tempel zieht sich etliche Kilometer bergauf mit "fiesen" Teilstücken, wo man richtig in die Pedale treten muß.

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